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Urlaub in einer schwedischen Hütte

Wer ein richtiger Schwede ist, der macht wenigstens einmal im Jahr Urlaub in seiner Hütte, möglichst in der eigenen. Auch über die Feiertage und Wochenenden zieht es die Schweden in die heiß ersehnte Freiheit und Einsamkeit ihrer eigenen „stuga“.

Ein gutes Hüttengrundstück kennt keinen Zaun. Außerdem bietet es im Westen übergangslos ein sanft gewelltes Gelände zum Skilanglauf, im Süden einen warmen Binnensee zum Baden, Rudern und Angeln und einen Felsbuckel aus glattem Granit direkt an der Hütte. Mag sie nun im Schärengarten der Westküste liegen oder auf tausend Meter Höhe in der Unendlichkeit des wilden Norrbotten, spartanisch, klamm und ganzjährig eines wärmenden Feuers bedürftig.

Fast jede schwedische Familie besitzt eine eigene Hütte mit Sonnen-Terrasse und mit Blick auf einen See. Die wird Verwandten und Freunden großzügig überlassen und an Fremde oft, wenn auch nicht immer gern, vermietet. Man möchte sie nämlich wieder so vorfinden, wie man sie selber verlassen hat. Aber das klappt leider nicht in allen Fällen. Tatsächlich erwartet jeder Schwede, vor allem aber jede Schwedin, dass die Gäste die gemietete Hütte gründlich saubermachen, ehe sie abreisen. Wer das nicht will, sagt es besser vorher. Er bekommt die Hütte trotzdem, muss aber einen Aufschlag bezahlen.

In den meisten Häuschen findet man alles, was man zum Wirtschaften braucht. Nur Lebensmittel und meist auch Bettwäsche und Handtücher muss man mitbringen und wer einen empfindlichen Rücken hat, vielleicht eine Luftmatratze. Hüttenbetten und platt gelegenes Schaumgummi haben eine innige Beziehung. Gut ist, wenn man im Voraus weiß, woher man sein Trinkwasser bekommt. Aus der Quelle oder Bach – in Ordnung. Regenwasser vom Hüttendach, im Tank ist eher selten. Vermieter oder Touristenbüros geben im Allgemeinen reelle Auskünfte.

Eine schwedische Spezialität sind Fischerhütten im Norrland, direkt am Wasser, of primitiv, aber sehr romantisch. Da der Tourismus in Schweden boomt, kann Hüttensuche auf Gut Glück manchmal recht mühsam werden. Die Zeiten, in denen man „überall” unverschlossene Hütten vorfand, dort übernachtete, das Geld auf den Küchentisch legt und weiterfuhr, sind auch in Schweden längst vorbei. Geblieben aber sind die Ungebundenheit, das einfache Leben in der Natur. Was kann schöner sein, als am prasselten Kaminfeuer zusammen zu sitzen oder beim Sonnenaufgang die Fensterläden aufklappen und die klare Luft in unverbrauchter Natur einzuatmen. Und die erfreuliche Tatsache dass Hütten viel billiger sind als Hotels macht den Entschluss für einen Hüttenurlaub noch einfacher.